Um „Feinde des Sozialismus“ zu entlarven und zu diskreditieren, war dem KGB jedes Mittel recht. Wohnungen wurden verwanzt, Dokumente gefälscht, sogar Verkehrsunfälle fingiert. Hinzu kamen stundenlange Verhöre. Wurde ein Widerständler „rechtmäßig“ identifiziert, verschwand er oft für lange Jahre im berüchtigten KGB-Gefängnis. In „When We Talk About KGB“ erzählen Opfer ihre Geschichte, manche noch immer gezeichnet vom Martyrium der langen Haft. Aber auch ehemalige KGB-Angehörige kommen zu Wort, die damals ihre Arbeit taten und heute Kriminelle sind. Der Film gipfelt in einem Treffen eines ehemaligen Inhaftierten und dem KGB-Offizier, der ihn damals verhörte – beide empfinden Verständnis für das Handeln des anderen. Ein zum Nachdenken anregender Film, der deutlich macht, dass dieses weitgehend unaufgearbeitete Kapitel litauischer Geschichte keine einfachen Schlussfolgerungen zulässt.