Jud Süß - Film ohne Gewissen

Jud Süß - Film ohne Gewissen

Jud Süß - Film ohne Gewissen

FSK 12Filmstart: 23.09.2010Laufzeit: 120 Min.
Dieser Film befindet sich aktuell nicht im Programm.
bw

FILMHANDLUNG

Bewertung

Verfilmung der Entstehungsgeschichte des berüchtigten NS-Propagandafilms "Jud Süß", an dem Hauptdarsteller Ferdinand Marian zerbrach.
Berlin 1939. Der mittelmäßig erfolgreiche, aus Österreich stammende Schauspieler Ferdinand Marian bekommt direkt von Joseph Goebbels die Rolle des „Jud Süß“ in dem gleichnamigen NS-Propagandafilm angeboten. Die Regie soll Veit Harlan übernehmen. Eine einmalige Karrierechance für Marian. Hin- und hergerissen weigert er sich zunächst, vor allem wegen der Einwände seiner Frau Anna (Martina Gedeck) und seiner Befürchtung, danach auf jüdische Rollen festgelegt zu werden. Doch nachdem Minister Goebbels (Moritz Bleibtreu) immer stärkeren Druck auf ihn ausübt, willigt er ein. Marian versucht, sich und seiner Frau einzureden, er könne die Rolle so spielen, dass der Titel-Bösewicht zum Sympathieträger würde. Doch selbst diese fromme Absicht macht sich der Film geschickt zunutze – sie steigert am Ende sogar noch dessen Wirkung auf die Massen. Marians Verstrickung in die Folgen dieser genau geplanten filmischen Propagandawaffe ist nicht mehr aufzuhalten.
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Der geachtete Bühnenschauspieler Ferdinand Marian reagiert völlig überrascht, als Joseph Goebbels ihm die "Rolle seines Lebens" anbietet: Er soll den jüdischen Kaufmann in dem antisemitischen Propagandafilm Jud Süss von Veit Harlan übernehmen. Doch Marian zögert: Soll er sich zur Marionette der Nationalsozialisten machen lassen, ohne das Regime kritisch zu hinterfragen? Und welche Auswirkungen hat dies auf seine Karriere, seine Ehe und seine Beziehungen zu Kollegen und Freunden, ob jüdisch oder nicht? All diese Fragen stellt der kontroverse Film von Oskar Roehler in den Raum. Und anstatt sie zu beantworten, führt er seinen Helden Marian, überzeugend dargestellt von Tobias Moretti, durch die Erzählung, hin- und hergerissen zwischen Ruhm und Gewissen. Neben vielen hochkarätigen Schauspielern brilliert besonders Moritz Bleibtreu mit einer fast schon parodistischen und dennoch authentischen Darstellung des fanatischen Goebbels. Die notwendige Distanz zum brisanten Thema wird durch die hohe Künstlichkeit stets aufrecht erhalten. Der Zuschauer kann reflektieren und ist niemals gezwungen, sich zu identifizieren. Der Film will und kann nicht allen gefallen, er polarisiert. Ohne erhobenen Zeigefinger und mit einem Mut zum Risiko, der hohe Beachtung verdient.
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Film-Details

Cast & Crew

ProduzentFranz Novotny, Markus ZimmerDrehbuchKlaus RichterKameraCarl-Friedrich KoschnickCastErika Marozsán (Vlasta)MusikMartin Todsharow
OriginaltitelJud Süß - Film ohne GewissenProduktionsjahr2010ProduktionslandÖsterreich, DeutschlandVerleihConcorde