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Flug 93

Flug 93

Flug 93

FSK 12Filmstart: 01.06.2006Laufzeit: 110 Min.
Dieser Film befindet sich aktuell nicht im Programm.
bw

FILMHANDLUNG

Bewertung

Intensives Dokudrama
Als Besatzung und Passagiere des Flugs 93 am Morgen des 11. Septembers 2001 zum Flughafen von Newark eilen, erwarten alle bis auf vier einen ganz normalen Linienflug von der Ost- an die Westküste. Das ändert sich, als vier arabischstämmige Terroristen mit Teppichmessern und Plastiksprengstoff die Kontrolle übernehmen. Während sie das Flugzeug auf neuen Kurs zwingen, erfahren die entsetzten Passagiere über ihre Radios und Handys von den Selbstmordflügen ins New Yorker World Trade Center.
Knappe fünf Jahre sind vergangen, bevor nun Paul Greengrass mit Genehmigung der Hinterbliebenen und ohne jeglichen Star-Auftrieb im Kino den Anfang macht mit der Einkleidung der Ereignisse vom 11. September in dramatisches Bildgewand. Weitere werden folgen.
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"Es ist der richtige Film", hieß es in der FBW-Jury bei der Diskussion. Während die Welt am 11. September 2001 gebannt den Ereignissen um das World Trade Center in New York folgte und eher beiläufig Notiz vom Absturz eines weiteren entführten Flugzeuges in das Pentagon nahm, war das Schicksal der Menschen in der an diesem Tag entführten vierten Maschine nur noch Randnotizen wert. Die Passagiere an Bord von Flug 93, einer United Airlines-Maschine, hatten aus Telefongesprächen von den Ereignissen um die anderen entführten Flugzeuge erfahren und konnten mit ihrem Widerstand gegen die Terroristen an Bord einen Absturz zwar nicht abwenden, mit dem Einsatz ihres Lebens aber eine noch größere Katastrophe verhindern. Flug 93 hatte das Capitol in Washington angesteuert, sozusagen Herz der Demokratie in den USA.So nüchtern wie die Medien von den Ereignissen um Flug 93 berichteten, so unspektakulär hat Regisseur Paul Greengrass nun fünf Jahre nach dem Schreckenstag diesen Film gestaltet. Dies muss ihm hoch angerechnet werden. Sein Film verzichtet auf allen Hollywood-Schnickschnack, etwa auf sentimentale Geschichten um die Passagiere, die hilflosen Fluglotsen in den Luftkontrollzentren oder die zögernden Militärs. Er schafft keine Helden und macht aus den Terroristen keine Bösewichte. Ja, er verzichtet sogar auf sonst die bei Katastrophenfilmen übliche Dramaturgie. Fast dokumentarisch zeichnet er die Ereignisse um Flug 93 nach, so banal und nüchtern wie der Alltag in den Flugleitzentren, im Flughafen und an Bord eines Flugzeuges vor sich geht. Bis das Chaos hereinbricht..."Flug 93" verzichtet auf bekannte Gesichter in der Besetzung. Die Darsteller spielen ihre Rollen absolut angemessen und ohne jegliche Überzeichnung. Eine perfekte Leistung muss man der Montage bescheinigen, die überaus geschickt und dabei unauffällig die vielen beteiligten Schauplätze präzise verbindet. (...) Auch die Kamera ordnet sich ganz der sachlich-nüchternen Inszenierung unter, wobei die letzte Sequenz an Bord des Flugzeuges eine Meisterleistung der Handkamera bietet. Keines der filmischen Mittel aber wird hier Selbstzweck, der Film geht äußerst verantwortlich und sensibel mit seinem Inhalt um.In all seiner unspektakulären Machart ist dieser intensive Film auch ein Mahnmal für die Ohnmacht der Menschen, wenn sie dem Terrorismus ausgesetzt sind. Und: Der Zuschauer, dem die Ereignisse des11. September 2001 hinlänglich bekannt sind, wird durch diesen Film doch in atemloser Spannung gehalten und auch mit der Verzweiflung und Ohnmacht von "damals" konfrontiert. Dies ist ein Film, der nachhallt - und an dem sich all die künftigen Filme zu diesem Themenkomplex messen lassen müssen.
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Film-Details

Cast & Crew

ProduzentTim Bevan, Eric Fellner, Lloyd LevinKameraBarry AckroydCastKhalid Abdalla (Ziad Jarrah), Lewis Alsamari (Saeed Al Ghamdi), Omar Berdouni (Ahmed Al Haznawi), Jamie Harding (Ahmed Al Nami), J.J. Johnson (Captain Jason Dahl)
OriginaltitelUnited 93Produktionsjahr2006ProduktionslandUSA, Großbritannien, FrankreichVerleihUIP