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Drama

Axolotl Overkill

Axolotl Overkill
Drama

Axolotl Overkill

FSK 12Filmstart: 29.06.2017Laufzeit: 94 Min.
Dieser Film befindet sich aktuell nicht im Programm.
bw

FILMHANDLUNG

Bewertung

Bestechend fotografierte Adaption des Erfolgsromans "Axolotl Roadkill" über eine Berliner Teenagerin, deren (Nacht-)Leben aus dem Ruder läuft.
Mifti ist 16 Jahre alt, glaubt aber alles schon gesehen und erlebt zu haben in ihrem Leben. Gelangweilt lässt sie sich durchs Berliner Nachtleben treiben, angewidert von den Männern, denen sie begegnet. Sie erinnert sich zurück an eine Affäre mit der geheimnisvollen Alice, eine souveräne Drogendealerin in ihren Vierzigern, in die sich Mifti Hals über Kopf verliebt hat. Seit Alice weg ist, führt sie ein Leben in der Warteschleife. Bis Mifti eines Tages Alice unvermittelt wiedersieht.
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Schon der Roman "Axolotl Roadkill" von Helene Hegemann, der im Jahr 2010 die Bestsellerlisten stürmte, provozierte und polarisierte das Publikum. Die Verfilmung unter dem Titel AXOLOTL OVERKILL führt die einzigartige und radikale Stimmung dieses Buchs nahtlos auf der großen Leinwand fort und erzählt die Geschichte einer jungen Frau auf der Schwelle zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsensein aus genau dieser Lebensperspektive heraus. Denn "normal" kann ja jeder. In die Schule gehen, Freunde haben, mit der Familie klarkommen. Mifti hat keinen Bock auf "normal". Sie ist 16, findet Schule als Ort des Lernens überbewertet, gibt auf Freunde nicht so viel und lebt mit ihren Halbgeschwistern in einer WG in Berlin, mehr oder minder friedlich. Ihren Vater, der mit seiner dauerumnebelten Lebensgefährtin ganz anti-bourgeois in einem halben Abrisshaus wohnt, besucht sie nur selten, ihre Mutter ist tot. Für Mifti ist die Welt irgendwie egal geworden. Ihre Gedanken schweifen immer wieder zurück zu Alice, der faszinierenden und wesentlich älteren Kunst-Dealerin, mit der sie sich vor Monaten in eine leidenschaftliche Affäre stürzte. Doch auch Alice hat Mifti mit sich selbst allein gelassen. Dann lernt sie die nervlich labile Schauspielerin Ophelia kennen und durchstreift mit ihr das Berliner Nachtleben - Partys, Sex und Drogen inklusive. Wie schon in der Vorlage geht Hegemann auch in ihrem Langfilmdebüt ganz konsequent vor und überlässt der Figur der Mifti die Bühne des Geschehens. Die eigentlichen Erwachsenen um Mifti herum sind allesamt nutzlos als Leitfiguren für Mifti, sie sind schwach, unzuverlässig und lassen Mifti in ihrer Suche nach ihrem Platz im Leben allein. Das Ensemble spielt stark, ob nun Laura Tonke und Julius Feldmeier als Halbgeschwister, Mavie Hörbiger als Ophelia oder Bernard Schütz als überkandidelter Intellektuellenvater. Sie alle kreisen jedoch um Mitfti. Mit großer trotziger Kraft, die förmlich von der Leinwand auf den Zuschauer springt und hinter der eine ebenso große Verletzlichkeit schlummert, verkörpert Jasna Fritzi Bauer dieses Mädchen, das schon lange nicht mehr Kind ist, aber noch mehr eine Erwachsene spielt als eine zu sein. Die Sprache, mit der Hegemann Mifti sprechen lässt, ist deftig, unbequem, aber durchweg klug. Auch die Kamera von Manuel Dacosse umkreist Mifti immer wieder, fast schwerelos verfolgt sie sie. So wirken viele der Sequenzen, die nicht immer einer klaren und eindeutigen Erzähldramaturgie folgen, traumhaft und fast schon surreal, man kann sich als Zuschauer nie sicher sein, wo man sich genau in der Handlung befindet. Dazu trägt auch der stimmige Soundtrack bei, bei dem sich moderner Indie-Pop und klassische Stücke mischen. AXOLOTL OVERKILL ist in seiner unverhohlenen Frechheit, seiner Radikalität und seinem Mut zur unkonventionellen Erzählweise ein herausragendes Beispiel für den neuen jungen deutschen Film. Alles außer gewöhnlich.
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Trailer - Axolotl Overkill

Film-Details

Cast & Crew

CastLaura Tonke, Sabine Vitua, Arly Jover, Mavie Hörbiger, Tom Lass, Jasna Fritzi Bauer, Julius FeldmeierDrehbuchBettina BöhlerMusikHelene HegemannRegieHelene HegemannKameraManuel Dacosse
OriginaltitelAxolotl OverkillProduktionsjahr2017ProduktionslandDeutschlandVerleihConstantin