Drama

Agnes

Agnes
Drama

Agnes

FSK 12Filmstart: 02.06.2016Laufzeit: 105 Min.
Dieser Film befindet sich aktuell nicht im Programm.
bw

FILMHANDLUNG

Bewertung

Obsessive Liebesgeschichte zwischen einem Autor einer Studentin nach dem gleichnamigen Roman von Peter Stamm.
Der Sachbuchautor Walter verliebt sich in die Physikstudentin Agnes, die nicht nur in ihrem Studium den großen Fragen des Lebens nachspürt. Ihre radikale Haltung zum Leben fordert ihn, der sich in seinem unverbindlichen, gemäßigten Leben eingerichtet hat, heraus. Eines Tages macht Agnes einen frappierenden Vorschlag: Walter soll eine Geschichte über ihre gemeinsame Liebe schreiben. Anfänglich ist das ein harmloses Spiel, doch bald schon übernimmt die gemeinsame Geschichte das Kommando und die Frage ist, wer ihr Autor ist. Agnes folgt dem Bild, das Walter aufs Papier bringt und spürt doch bald, dass ihm das Erzählen wichtiger ist als die Erfüllung ihrer Liebe. Denn auf Dauer macht Glück keine guten Geschichten. Als Walter das begreift, sieht er den einzig wahren Schluss der Geschichte vor sich, einen Schluss, der sie ihre Liebe und Agnes das Leben kosten kann.
mehr lesen weniger lesen
Alles beginnt mit einem Blick, als Walter Agnes in der Bibliothek begegnet. Walter ist gescheiterter Romancier, der nun Sachbücher schreibt, Agnes ist Physikstudentin. Im Bus sehen sich beide wieder. Walter traut sich, spricht Agnes an. Eine Unterhaltung über den Sinn des Lebens entspinnt sich, aus einem Gespräch wird ein Kuss, eine Nacht, eine Beziehung. Agnes bedrängt Walter, doch wieder einen Roman zu schreiben. Am besten sollte es ein Roman über die Liebe sein. Über ihre Liebe. Über sie. Walter zögert zunächst, doch fühlt sich dann inspiriert und beginnt zu schreiben. Doch langsam verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit. AGNES von Johannes Schmid ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Peter Stamm. Ganz genau und sorgfältig transportiert der Film die Tonlage des Romans auf die Leinwand, die Dialoge sind bewusst literarisch und dienen dazu, die Distanz zwischen Situation und Betrachter aufrechtzuerhalten. Aufgefächert wird die Faszination eines Beziehungsdramas, auch dank der hervorragenden darstellerischen Leistung von Odine Johne und Stephan Kampwirth. Kampwirth als Walter ist eine gebrochene und gequälte Künstlerseele par excellence. Stetig zweifelt er an sich selbst, an seinem Können, an seinen Wünschen. Erst Agnes scheint ihm einen neuen Lebenssinn zu geben, er verliert sich ganz in seiner Muse und der Besessenheit, ihre Geschichte als perfektes Liebesdrama zu erdenken und niederzuschreiben. Doch er ist sich stets im Unklaren, wie viel echte Gefühle hinter der Beziehung zu Agnes stehen. Die Person aus Fleisch und Blut wird zum Objekt, er benutzt sie und merkt es nicht einmal. Agnes wird zu einer Spiegelung der eigenen Wünsche. Es gelingt Odine Johne auf beeindruckende Weise, all diese Aspekte in ihrem Spiel zu vereinen. Elfengleich durchschreitet sie die Szenerie, scheint der realen Welt entrückt und lässt in ihrem Gesicht Unschuld, Entschlossenheit, Verliebtheit und Verzweiflung gleichermaßen durchscheinen. So wird sie auch zur Projektionsfläche für den Zuschauer, der verunsichert wird, was nun real und was ein Teil der von Walter erdachten Geschichte ist. Geschickt arbeiten Schmid und sein Kameramann Michael Bertl mit Licht und Farbe, um die perfekt arrangierten Sequenzen voneinander abzugrenzen. Auch werden Szenen in Rückblende wiederholt, aus anderen Blickwinkeln gefilmt, mit alternativen Enden erzählt. So entsteht ein den Zuschauer stetig herausforderndes Vexierspiel. Ein faszinierender und hochintelligenter Film über die Wahrheit in der Fiktion. Und die Wahrhaftigkeit der Liebe.
mehr lesen weniger lesen

Trailer - Agnes

Film-Details

Cast & Crew

ProduzentPhilipp Budweg, Thomas BlieningerDrehbuchNora Lämmermann, Johannes SchmidRegieJohannes SchmidKameraMichael BertlCastOdine Johne (Agnes), Sonja Baum (Louise), Walter Hess (Professor Kutasov), Berit Karla Menze (Susann)MusikMichael Heilrath, Anna Ternheim
OriginaltitelAgnesProduktionsjahr2016ProduktionslandDeutschlandVerleihNeue Visionen