Barry Seal - Only in America

Barry Seal - Only in America

Filmstart: 07.09.17Länge:115 Min.FSK 12
FSK 12 Filmbewertungsstelle Wiesbaden - Prädikat besonders wertvoll
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Infos
Cast & Crew
Bewertung
In den Achtzigerjahren angesiedelter Thriller um CIA-Einsätze und Drogenschmuggel.
Das Leben schreibt manchmal Geschichten, die so verrückt sind, dass sie nur wahr sein können. Und nur in Amerika sind den Möglichkeiten dabei keine Grenzen gesetzt – die Geschichte von Barry Seal gehört dazu. Anfang der 80er Jahre hält sich der sympathische Draufgänger Barry (Tom Cruise) durch raffinierte Schmuggeleien neben seinem Job als Pilot gut über Wasser. Kompliziert wird es, als er zu seiner eigenen Überraschung von der CIA rekrutiert wird, um an verdeckten Operationen in Südamerika mitzuarbeiten. Schnell stellt Barry fest, dass sich auch mit der Gegenseite durchaus lukrative Geschäfte machen lassen. Schon bald verstrickt er sich immer tiefer in dubiose Machenschaften zwischen CIA, FBI, Guerilla-Kämpfern in Nicaragua und dem kolumbianischen Kartell um Pablo Escobar. Ein irrwitziges Abenteuer als Waffenschmuggler, Drogenhändler und verdeckter CIA-Agent beginnt, das Barry zu einem der reichsten Männer der USA macht. Doch wohin mit dem ganzen Geld?
Originaltitel
American Made
Schauspieler
Tom Cruise Infos ›
Jayma Mays, Domhnall Gleeson, Caleb Landry Jones, Jesse Plemons
Produzent
Doug Davison, Brian Oliver, Kim Roth, Tyler Thompson
Drehbuch
Gary Spinelli
Kamera
César Charlone
Musik
Christophe Beck
Produktionsjahr
2017
Verleih
Universal
BARRY SEAL - ONLY IN AMERICA erzählt die Geschichte des TWA-Piloten Adler Berriman Seal. Wegen seines draufgängerischen Fliegens wird er Ende der 70er Jahre von der CIA angeworben. Der Adrenalinjunkie soll - und zwar top secret - zunächst Luftbildaufnahmen von der kommunistischen Bedrohung in Lateinamerika machen und dann konservative Kräfte mit Waffen versorgen. Aber Spionage und staatlich geförderter Waffenschmuggel sind nur eine Seite der Medaille. Es dauert nicht lange und Seal entdeckt, dass er mit Schmuggel für lateinamerikanische Drogenbarone sehr viel mehr Geld verdienen kann und alsbald ist er im Auftrag beider Seiten unterwegs.

Ob dem Film der US-Titel "American Made" oder der deutsche Titelzusatz "Only in America" besser steht, ist vermutlich Geschmacksfrage, den Geschmack der Jury hat Doug Limans Film auf jeden Fall getroffen.

BARRY SEAL ist ein aberwitziges Abenteuer vor realem Hintergrund, das zeigt, dass man in den USA mit allem rechnen muss, gerade von Regierungsseite aus. Eine Botschaft, die heute aktueller scheint, denn je. Für seinen Spielfilm hat sich Liman offensichtlich auch ästhetisch an der Netflix-Serie NARCOS und an Spielfilmen, wie WOLF OF WALL STREET oder CATCH ME IF YOU CAN orientiert.

Mit hervorragender Kamera, gelungenen Schnitten und der typischen Vintage-Tönung des Films, ist BARRY SEAL - ONLY IN AMERICA von Anfang an, ein Hingucker. Das Positive sei, so bemerkte die Jury in der anschließenden Diskussionsrunde, der Film schließe mit seinem Unterhaltungswert immer auch die politische Dimension der zugrunde liegenden Geschichte mit ein. Da rufen Namen wie Pablo Escobar und Ortega ganz schnell Erinnerungen an längst vergangene Tagesschaumeldungen wach.

BARRY SEAL - ONLY IN AMERICA ist mehr, als reine Unterhaltung, der Film ist politische Bildung mit Spaßfaktor. Dass es Doug Liman dabei gelingt, die vielfältigen Verflechtungen von US-Regierung und Drogenkartellen bestens auseinanderzudividieren, ist darüber hinaus schon eine Leistung, die an sich schon Anerkennung verdient.

Genauso geglückt wie die visuellen Eindrücke ist auch der Score, der clever eingesetzt, den Zeitsprung in die späten 70er und frühen 80er unterstützt, nie aber aufdringlich wirkt. Noch besser aber ist der ausgesuchte Cast. Neben einem genial agierenden Tom Cruise in der Titelrolle, ist der Film bis in die Nebenrollen prominent besetzt und, so urteilt die Jury anerkennend, bestens gespielt.

Höchste Anerkennung der Jury hat auch das Drehbuch bekommen. Geschickt umschifft es logische Fallen und ethische Klippen und zeigt, dass Protagonist Seal im Grunde genau das getan hat, was von ihm verlangt wurde. Sowohl die US-Regierung als auch das Drogenkartell hat vom jeweils anderen Auftraggeber gewusst und dieses Wissen für sich eingesetzt. Auch wenn von vornherein klar ist, dass Seal sich diverser Verbrechen schuldig gemacht hat, ist er doch immer integer. Das gilt sowohl für seine Jobs für Kartelle und Staat als auch für seine Rolle als Ehemann und Familienvater. Der schwierige Spagat ist im Film plausibel dargestellt und bestens erklärt.

Es ist schwer zu glauben, dass die irre Geschichte um den Drogenschmuggler mit Rückendeckung der US-Regierung nach einer wahren Geschichte gedreht wurde. Doug Limans Film tritt den Beweis an. Auch wenn er sich hier und da künstlerische Freiheiten herausgenommen hat, ist BARRY SEAL - ONLY IN AMERICA eine packende Biografie mit Thriller-Charakter, die jede Minute unterhält. Für so viel Professionalität und Können erteilt die Jury genauso einstimmig wie gerne das Prädikat besonders wertvoll.

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