Frank Bienewald zeigt am Samstag, 17.3.2012, 18:00 Uhr in seiner Dia-Show „Überland - mit dem Fahrrad von Dresden nach Indien“ faszinierende Bilder einer langen aufregenden Reise.
Die Idee zur Fahrradreise überland nach Indien entstand einerseits aus einem alten, schon wieder fast vergessenen Plan und andererseits aus dem Bedürfnis, in dieser sehr fremden Kultur einmal langsam anzukommen. Der Dresdner Physiotherapeut und Fotograf Frank Bienewald startete Mitte September 2000 in Dresden, und als er Ende Dezember nach 10.000 km Fahrt über den Balkan, die Türkei, den Iran und Pakistan die Grenze nach Indien passierte, hatte er das Gefühl, dass sich seit der Abfahrt nicht allzu viel verändert hatte. Obwohl ihm Indien nach einigen längeren Reisen in den Jahren davor schon recht vertraut schien, war die Ankunft auf dem Flughafen doch jedes Mal ein kleiner Kulturschock. Das Fahrrad stellte sich dagegen als ein Transportmittel mit einer optimalen Geschwindigkeit heraus. Die Seele kann beim Reisen mithalten und wird nicht in kurzer Zeit mit viel zu vielen unverständlichen Eindrücken zugeschüttet. Sicher war es mit Gegenwind, Schneestürmen, Wüsten, endlosen Anstiegen, schlechten Strassen, aggressiven Hunden, Steine werfenden Kindern und rücksichtslosen LKW-Fahrern nicht immer die pure Erholung, aber die unglaubliche Gastfreundschaft der Menschen vor allem in den islamischen Ländern, traumhaft schöne Landschaften, Basare und Moscheen wie aus 1001 Nacht und nicht zuletzt ein Hauch von Abenteuer machten viele Unannehmlichkeiten wieder wett. Seinen ursprünglichen Plan, sich nach der Ankunft in Indien von seinem Fahrrad zu trennen, verwarf er zugunsten der Idee, über mehrere 5000 m hohe Pässe nach Ladakh und Kaschmir zu fahren, dort den Sommer zu verbringen und anschließend mit dem Rad über den Nahen Osten und Nordafrika wieder nach Europa zurückzukehren. Bei der Rückreise wurde der Dresdner in Pakistan von den Geschehnissen des 11.September 2001 überrascht und die nachfolgenden militärischen Aktivitäten der westlichen Welt in Afghanistan veranlassten ihn zur Rückkehr nach Indien. Daraus ergab sich dann ein weiterer 7-monatiger Aufenthalt mit einer Reiseroute über Nepal und Sikkim nach Calcutta. Weiter ging es die Ostküste entlang nach Süden, mit vielen Abstechern ins Landesinnere und von Kanyakumari, der Südspitze des Subkontinents hinauf nach Bombay. Da sich seine bisherigen Indienaufenthalte immer auf den Norden beschränkten, stellte sich der Süden für ihn als eine nochmals neue Kulturlandschaft heraus. Der bis dahin vermiedene Kulturschock traf Bienewald dann doch noch mit voller Wucht bei der Ankunft in Deutschland und zur kulturellen Akklimatisation fuhr er über Süddeutschland, die Schweiz und Italien langsam zurück nach Dresden. Nach 35.000 km in 20 Monaten wieder zuhause, endete eine faszinierende Reise durch verschiedenste Kulturen mit überraschenden Begegnungen, die ihm viele neue Einblicke eröffnete, aber auch so manche Illusion verschwinden ließ.


