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Alphabet

Alphabet

Filmstart: 31.10.13Länge: 113 Min.FSK 0
FSK 0 Filmbewertungsstelle Wiesbaden - Prädikat besonders wertvoll
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Infos
Cast & Crew
Bewertung
Drastische Dokumentation über unser überholtes Bildungssystem, das mit den gesellschaftlichen Anforderungen nicht mithalten kann.
Unser Schulsystem ist als Relikt des industriellen Zeitalters überholt. Darüber ist man sich einig. Doch neue Konzepte zielen fast einstimmig auf eine Leistungsgesellschaft ab, in der der Schüler zu immer größerer Performance getrimmt wird. Dabei können die Herausforderungen unserer Zeit, die politische und wirtschaftliche Unsicherheiten mit sich bringen, nur durch die Fähigkeit zum innovativen Denken gelöst werden. Die Dokumentation zeigt, wie eindimensionale Denkmuster entstehen und was die Folgen für unsere Gesellschaft sind.
Originaltitel
Alphabet
Regie
Erwin Wagenhofer
Produzent
Mathias Forberg, Viktoria Salcher, Peter Rommel
Drehbuch
Erwin Wagenhofer, Sabine Kriechbaum
Kamera
Erwin Wagenhofer
Musik
André Stern
Produktionsjahr
2013
Verleih
Pandora
Stolz präsentiert die Mutter eines chinesischen Schülers all die Auszeichnungen, die er in zahlreichen Lernwettbewerben gewonnen hat. Sie hängt ihm eine Goldmedaille um den Hals und so dekoriert blickt der schlaksig linkische Junge mit müden, traurigen Augen in die Kamera. Mehr als mit den Worten all der Pädagogen und Wissenschaftler, die in seinem Film zu Wort kommen, bringt Erwin Wagenhofer mit dieser Sequenz die Botschaft auf den Punkt. Die extrem leistungsorientierte Erziehung, die sich in den Schulen überall auf der Erde immer mehr durchsetzt, ist für ihn ein Irrweg, bei dem der Horizont der Kinder durch die Erziehung nicht erweitert, sondern verengt wird. Statt des zweckfreien Spielens, bei dem sie frei und mit Freude ihre Talente und Kreativität entdecken und entwickeln können, werden sie immer mehr dazu gedrängt, sich in Konkurrenzkämpfe mit anderen Kindern zu begeben und Fähigkeiten zu erlernen, die sie zu funktionstüchtigen Arbeitern werden lassen. Ein Experte beklagt die "Verkürzung des Lebens auf die Ökonomie", und Wagenhofer belegt diese These u.a durch die Aussagen von zwei extrem unterschiedlichen Betroffenen: Ein junger Zeitarbeiter beklagt sich bitter über seine vergebliche Suche nach einem Ausbildungsplatz und eine Eliteschülerin liest einen von ihr verfassten Beschwerdebrief, in dem sie beschreibt, wie wenig Zeit zum selbst bestimmten Leben ihr bei all dem Lernen bleibt. Wie ein utopischer Gegenentwurf zu diesen deprimierenden Zustandsbeschreibungen stellt Wagenhofer den "Malort" des berühmten Pädagogen Arno Stern vor: ein Zimmer, in dem Kinder seit Jahrzehnten beim Malen frei ihre Fantasie entfalten können und der im Film wie ein Raum des Glückes und der Freiheit wirkt. Wagenhofer beweist hier eine weitreichende Recherche und fügt die verschiedenen Aspekte zu einem überzeugenden Plädoyer dafür zusammen, dass ein radikaler Richtungswechsel für das derzeitige Bildungssystem dringend nötig ist: Erziehung sollte nicht auf der Angst, sondern auf der Liebe basieren.

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